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Die Ungeduld hat ein Ende!

28.06.2012 | 3 Kommentare

25. Juni 2012
Wann bin ich das letzte Mal so lange Zug gefahren? Ich weiß es nicht, aber nach 9 h und 40 min bin ich heute in Le Puy, dem Ausgangspunkt meines diesjährigen Pilgerwegs, angekommen. Das Wetter ist traumhaft schön, so wie die Stadt. Wir besichtigten die Kathedrale Notre-Dame von Le Puy – sie ist Weltkulturerbe der UNESCO – mit seiner schwarzen Madonna und bezogen in unserer ersten Herberge ein 4er-Zimmer – reinster Luxus für einen Pilger. Ich kann es kaum erwarten morgen endlich loszulaufen. Die Ungeduld hat ein Ende!

Die Kathedrale von Le Puy
26. Juni 2012

Tagwache am ersten Tag auf dem Jakobsweg um 5:40 Uhr, Abmarsch um 6:05 Uhr. 24 Kilometer sollten es am ersten Tag werden, keine 61 wie im Jahr zuvor. Bei richtigem „Mayr-Wetter“, nämlich bei blauem Himmel, marschierten meine Mutter und ich los. Gleich kam das erste Kompliment meiner Mutter „Mensch, kannst du schnarchen“ – ich wusste, ich kann es noch! Ich gehör eindeutig zu der Gattung der Schnarchpilger. Aber es gibt auch die Raschelpilger. Sie packen ihren Rucksack erst spät abends oder früh morgens ohne Rücksicht auf Verluste. Zum Glück höre ich nichts, wenn ich müde bin – ich schnarche, ähm schlafe!

Die erste Etappe war wunderschön. Der Weg schlängelte sich auf ein Hochplateau, das Vulkanplateau des Velay, und über Wiesen und Felder. Überall am Boden waren Lavasteine, das wäre genau das Richtige für meinen Grill zu Hause. Um 12:57 Uhr erreichten wir nach zwei kurzen Pausen unser Etappenziel Saint Privat d´Allier. Hier besichtigten wir die wunderschöne Kirche aus Vulkangestein und bezogen eine nette Herberge mit schönem Garten.

Saint privat d´Allier

27. Juni 2012
Wir nähern uns langsam aber sicher der 30 km-Grenze. Die heutige Etappe war wunderschön, aber absolut hart zu laufen: 37 Grad und die Sonne schien gnadenlos. Ich habe großen Respekt vor meiner Mutter – sie ist 71 Jahre alt und steckt das locker weg. Bis dato bin ich blasenfrei, aber es zwickt hier und da.
 Doch der Weg entschädigt für die körperlichen Strapazen – es duftet nach frischem Heu, blühendem Holder und Kiefern. Nach 8 h und 21 min erreichten wir den Ort Le Villeret d´Apchier und bezogen eine wunderschöne Herberge, wo uns Herbergsvater Jean Louis verwöhnte. Wenn ich mir für morgen etwas wünschen darf, dann wären das bitte 10 Grad weniger!

Ein großer Dank gebührt schon jetzt meiner Bruni, die mir bereits zum dritten Mal diese Auszeit ermöglicht! Danke!Danke!Danke!

Kaltes Fußbad - pure Erholung nach einem anstrengenden Pilgertag!

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3 Kommentare

  1. diemtar f.

    hallo peter,

    super sache was du da machst.
    ich wünsche dir blasenfrei füsse und gute knie.

    schöne Grüsse aus dem ländle
    dietmar

  2. Waltraud Vögel

    Habe diesen Weg von Rankweil bis an die spanische Grenze (2.4.-2.6.2012) wegen 3 Hühneraugen unterbrechen müssen.Es ist unbeschreiblich, am besten macht ihn jeder selber der gerne läuft und dem 7 von 9 Wochen schlechtes Wetter egal sind ;-)) BON COURAGE wünscht Euch Waltraud (die Pensionistin von Burgls)
    Übrigens habt Ihr auch Burgls Kräutersuppe dabei, das kann sehr hilfreich sein!

  3. Stark Elisabeth

    Zufälle gibt es nicht und ich finde es super, daß du uns auf dieser wundervollen Pilgerreise teilhaben lässt.Solltest du das nächste mal starten, dann melde dich bei mir damit du gehst über Stock und Stein mit Leichtigkeit.
    Da auch meine Urwurzeln aus meinem geliebten Bregenzerwald kommen
    ist dir der Name Schwärzler (Geburtsname) ja bekannt, welche auch gewandert sind und so in Nenzing eine Herberge dh. Arbeit fanden.
    Wir sind alte Wandersleute und daher wünsche ich dir sowie deiner
    lieben Mama genußvolle und Temparaturmäßig angeneheme Wandertage.

    Segensreiche Tage wünscht euch
    Elisabeth

    In diesem Sinne

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