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Der Camino Norte ruft!

27.07.2012 | 6 Kommentare

23. Juli 2012 Nachmittag
Um 14:00 Uhr hieß es dann Abschied nehmen von meiner Mutter. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass wir beide ohne gröbere Probleme nach Saint Jean Pied de Port gekommen sind und sie wohlerhalten ihre Heimreise antreten kann. Somit bin ich ab heute ohne meine Mutter auf dem Jakobsweg unterwegs. Mein „Alleingang“ startete auf meinem so geliebten Camino Francese. Nach Orisson ging es zwar steil bergauf und die Sonne brannte erbarmungslos herunter (32 Grad), aber die Pyrenäen hochzuwandern ist einfach fantastisch. In Orisson lernte ich Rasmus aus Dänemark, Julia, Janine, Tobias aus Deutschland und Luc aus Belgien kennen. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag, die Etappe über die Pyrenäen gemeinsam zu meistern. Der Abend verlief in gemütlicher und geselliger Atmosphäre.

Blick zurück auf Saint Jean Pied de Port

Gemütliches Abendessen in Orisson

24. Juli 2012
Pünktlich um 06:30 verließ ich gemeinsam mit Julia, Janine und Rasmus die Herberge in Orisson. Der Sonnenaufgang war grandios. Es ging zwar immer bergauf, allerdings nicht steil. Nach einer Stunde Gehzeit erreichten wir die Jungfrau von Biakorri – sie ist die Beschützerin der Hirten. In diesem Gebiet weiden zahlreiche große Schafsherden. Der Weg ging weiter bergauf und führte uns teilweise durch schöne Buchenwälder. Wir kamen auch am Kreuz von Thibault und am Rolandbrunnen vorbei. 20 Meter vom Rolandbrunnen entfernt, erreichten wir die Region Navarra in Spanien. Am Pass von Lepoede angekommen, hatten wir endgültig alle Höhenmeter für diesen Tag geschafft und es ging bergabwärts nach Roncesvalles – unser heutiges Etappenziel.
Ich habe meinen Plan wieder einmal abgeändert. Nun lasse ich mir bis Pamplona drei Tage Zeit – komme so aber trotzdem nicht aus meinem Gehrhythmus und kann meine Füße etwas schonen. Somit sind meine Tagesstrecken nicht länger als circa 22 Kilometer. Ich freue mich schon auf morgen!

Es wird sicher wieder heiß

Die Jungfrau von Biakorri

Das Kreuz von Thibault

25. Juli 2012
Um 06:30 brachen wir, meine neuen Pilgerfreunde und ich von Roncesvalles nach Pamplona auf. Ich habe in der Herberge gut geschlafen und bin motiviert weiterzuwandern. Der Pfarrer von Roncesvalles verabschiedete jeden Pilger persönlich per Handschlag und gab uns ein „Buen Camino“ mit auf den Weg. Ich liebe diesen Weg nach Pamplona – er ist zwar anstrengend, aber absolut schön. Er führt durch kleine Wälder, an kleinen Bächen entlang und immer wieder steil bergauf und bergab. Die bergauf-Etappen sind zwar auch anstrengend, aber viel kürzer als die über die Pyrenäen. Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe, den Weg nach Pamplona innerhalb von drei Tagen zu laufen. Wer rastet, der rostet – und ich habe noch viel vor. Es ist außerdem sehr schön, mit anderen Pilgern ein paar Tage gemeinsam zu wandern.

Meine neuen Pilgerfreunde und ich

26. Juli 2012
Zusammen mit sechs anderen Mitpilgern kam ich heute im wunderschönen Pamplona an. Vor Ort sahen wir uns gleich die Kathedrale Santa Maria la Real an. In den letzten zwei Jahren habe ich das nie geschafft, weil ich immer erst am Abend in Pamplona ankam. Letztes Jahr bin ich von Orisson bis Pamplona ohne Unterbrechung durchgewandert. Das waren 63 Kilometer. Ich wollte herausfinden, wo meine persönlichen Belastungsgrenzen liegen und wie ich auf solche Distanzen reagiere. Motivation und Demotivation liegen in solchen Situationen ganz nahe beieinander.
Heute sitzen wir noch einmal zum gemeinsamen Essen zusammen, bevor wir uns wieder voneinander verabschieden. Der Küstenweg auch Camino Norte genannt, ruft! Morgen geht es wieder richtig los. Ich hoffe nur, dass das Wetter stabil bleibt. Und vielleicht treffe ich in Santiago wieder meine beiden Pilgerfreunde Julia und Rasmus.

Kathedrale Santa Maria la Real in Pamplona

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6 Kommentare

  1. Reinold Gabriel

    Hallo Peter,

    deine Reiseschilderungen finde ich interessant und die Fotos machen Lust, selber zu verreisen! Ich wünsche dir noch eine unfallfreie Weiterreise.

    Bis bald und viele Grüsse
    Reinold

  2. Franziska

    Lieber Peter
    Ich freue mich immer wieder von Dir zu lesen! Weiterhin eine wunderbare Zeit wünscht Dir
    Franziska

  3. FEITL Hans

    Hallo Peter
    Danke für Deine wunderbaren Berichte und Fotos. Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und Kraft.
    Hans vom Bödele

  4. Peter Mayr

    Hallo Franziska,
    freue mich, dass Du als Pilgerin meinen Blog liest. Ich Bin jetzt den 4. Tag am Küstenweg, ich bin überzeugt, der Weg würde Dir sehr gefallen.
    War schön mit Dir zu pilgern
    Peter

  5. Peter Mayr

    Servus Reini!
    Danke für Deine Wünsche, übrigens, den Jakobsweg kann man auch mit dem Bike machen.
    Bis September, bin dann voll fit zum Squashen
    Peter

  6. Peter Mayr

    Hallo Hans,
    Danke für Deine Wünsche, vor allem die Kraft! :-)
    Der Küstenweg ist absolut anstrengend, ab Bilbao soll es dann einfacher werden.
    Liebe Grüße
    Peter

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