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Bilbao hat viel zu bieten

03.08.2012 | Keine Kommentare

31. Juli 2012
Aufgrund der Wettervorhersage – es sollte heute wieder sehr heiß werden, startete unsere heutige längere Tagesetappe bereits um 05:15 Uhr. Zuerst mussten wir durch einen steilen Wald hindurch. Oben angekommen, erwartete uns eine traumhafte Sicht ins Tal, wo der Morgendunst noch hing. Heute liefen wir circa fünf Stunden bis wir in der Ortschaft Larrabetzu ankamen. Wo ich dann einen kalten Espresso serviert bekam. Der Weg nach Larrabetzu ist nicht gerade der Schönste. Der Großteil des Weges ist asphaltiert und von Lezama bis Zamudio führt der Weg über eine Schnellstraße. Aber auch diesen Abschnitt des Camino Norte haben wir erfolgreich gemeistert. Asphalt gepaart mit der enormen Hitze des heutigen Tages ist eine Herausforderung für Körper und Geist. Die Fußsohlen beginnen mit der Zeit zu brennen. Wichtig ist, viel trinken und das Tempo verlangsamen, um keine Blasen zu bekommen.
In Zamudio machten wir nochmal eine längere Rast. Wir befreiten unsere geplagten Füße von Schuhen und Socken, sodass sie sich ein bisschen erholen konnten, bevor der Marsch nach Bilbao weiterging. Nach Zamudio ging es nochmals einen Berg hoch, von ihm aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf Bilbao. So steil es auf den Berg hinaufging, ging es auch wieder hinunter. Gegen 14:45 Uhr erreichten wir die Kathedrale Santiago in Bilbao. Antonia und ich beschlossen in Bilbao je ein Zimmer zu nehmen und nicht in einer der abgelegenen Herbergen zu übernachten. Es gab zwar einen Shuttle-Service zu den Herbergen, aber darauf verzichteten wir gerne. So schliefen wir diese Nacht mitten im Zentrum von Bilbao, um am nächsten Tag gleich wieder auf dem Jakobsweg zu sein. In Bilbao genossen wir noch ein Tagesmenü und danach schauten wir uns das Guggenheim Museum an. Sowohl das Gebäude als auch der Platz rundherum um das Museum sind absolut sehenswert. Schön anzusehen, sind auch die Basilika von Begonia, die Kirche Santos Juanes und das Rathaus vor dem eine gigantische Metallskulptur steht.
Die morgige Etappe soll angeblich flacher ausfallen, als die bisherigen – da lasse ich mich mal überraschen. Morgen geht’s circa 27 Kilometer nach Pobena.

Larrabetzu

Da unten ist Bilbao

1. August 2012
Um 05:15 Uhr verließen wir heute unsere Pension in Bilbao. Es war ein besonderes Erlebnis für uns, diese sonst so pulsierende Großstadt am frühen Morgen in dieser Ruhe zu verlassen. Es herrschte noch kaum Verkehr auf den Straßen – die Stadt schlief noch. Unser Weg führte uns nochmal am Rathaus und am Guggenheim Museum vorbei, bis wir den Musikpalast Euskalduna erreichten. Von dort aus ging es weiter in den Vorort Erandio. Zu unserem Glück war dort bereits eine Hafenkneipe geöffnet, in der wir dann auch gleich frühstückten.
Danach wanderten wir weiter nach Getxo. Dieser Abschnitt des Jakobsweges ist nicht wirklich schön. Wir kamen an halb zerfallenen Industrieanlagen und Hafenanlagen vorbei, bis wir den schönen Ort Getxo erreichten. Von Getxo aus führte eine Hängebrücke nach Portugalete. Dort angekommen, führten uns Rolltreppen nach oben. Der weitere Weg nach Pobena wurde dann immer schöner. Wir verließen die Vororte und kamen zurück in die Natur. Kurz vor Pobena erwartete uns eine „Pilgerumleitung“. Die Brücke, welche normalerweise nach Pobena führt, wird gerade saniert. Ein älterer Spanier erwartete uns bereits vor der Brücke, um mit uns ein Stück des Umweges zu gehen und uns den weiteren Weg zu zeigen.
Unser morgiges Etappenziel heißt Islares. Ich bin schon gespannt, was uns dort erwarten wird.

Das Guggenheim Museum am frühen Morgen

Die Hängebrücke nach Portugalete

Der Strand von Pobena

2. August 2012
Die heutige Etappe gehört wieder einmal zu den absolut schönsten des Küstenweges. Es ging zwar von Pobena gleich 120 Stufen nach oben, damit waren aber für eine Weile alle nötigen Höhenmeter gemacht. Danach liefen wir auf einem wunderschönen Panoramaweg der Küste entlang, bis wir den Ort Onton erreichten. Onton ist der erste Ort in Kantabrien.
Der weitere Weg führte uns über eine Landstraße, die zum Glück wenig befahren war, in die Hafenstadt Castro Urdiales. Gegen 13:00 Uhr erreichten Antonia und ich unseren heutigen Zielort – Islares. Der Weg dorthin war gigantisch. Wir sahen die ganze Zeit über direkt auf die imposante Steilküste.
Als wir in der Herberge ankamen, riefen wir den Herbergsvater an, um nach dem Versteck des Schlüssels der Herberge zu fragen. Danach bezogen wir unser Quartier, und genossen den noch vorhandenen „Freiraum“ in der Herberge, so lange noch keine anderen Pilger da waren. In der Herberge konnten wir uns wieder einmal ausgiebig frisch machen und unsere Wäsche waschen – eine herrliche Wohltat nach diesem Tag. Danach sperrten wir die Herberge ab, versteckten den Schlüssel und machten uns auf den Weg in ein nahe gelegenes Restaurant. Dort aßen wir das Tagesmenü. Zwei Stunden später kehrten wir wieder zur Herberge zurück. Vor der Herberge warteten bereits circa fünfzehn Pilger auf Einlass. Sie staunten nicht schlecht, als wir den Schlüssel aus dem Versteck holten und ihnen aufsperrten.
Am Abend wanderte ich noch ein bisschen an den Strand, um mich zu entspannen und Kraft und Energie für die weiteren Tage zu tanken.

Der Hafen von Castro Urdiales

Der Strand von Miono

Gemütliches “Abhängen”

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